Digitale Filmrestaurierung
ERHALTUNG UND RETTUNG DES FILMISCHEN ERBES
7.11. LANGE NACHT DER FORSCHUNG 16:27 - 24:00
www.langenachtderforschung.at
Die
Digitale Filmrestaurierung an der Österreichischen Filmgalerie in Kooperation mit den Partnern Österreichisches Filmmuseum und
Filmarchiv Austria ist ein nicht nur hierzulande aufsehenerregendes wissenschaftliches
Hi-Tech-Projekt zur Sicherung und Bewahrung des filmischen Erbes.
Nach
Schätzungen der UNESCO sind weltweit ca. 2.2 Milliarden Meter an nitrat-basiertem
Film (Entstehungszeit 1900-1960) in
Filmarchiven gelagert. Diese Filme wurden im Laufe der Zeit durch vielfältige
Umstände (chemische Vorgänge, Lagerung, mechanische Einwirkung) massiv
mitgenommen, und sind permanent von weiterem Verfall bedroht. So sind 90% der
vor 1930 gedrehten Stummfilme schwer, zum Teil unwiederbringlich beschädigt.
Herkömmliche
photochemische Verfahren können zwar den weiteren Verfall verhindern, sind aber
nicht in der Lage, viele der schon bestehenden Schäden zu beheben.

Seit
Frühjahr 2008 wird auf Initiative
der Österreichischen Filmgalerie historisch und/oder künstlerisch wertvolles
und besonders gefährdetes Filmmaterial aus den Beständen der beiden
Partnerinstitutionen im Zentralarchiv in Laxenburg gescannt und dann in der
Österreichischen Filmgalerie in Krems digital restauriert und zur Sicherung auf
Filmmaterial rückbelichtet.
Die
Original-Filmmaterialien werden mit dem neuen nitrofilmtauglichen Scanner in
Kino-Auflösung digitalisiert. Zu jedem Projekt liegen dann umfangreiche
Daten-Konvolute vor, die in Folge mit den modernsten Techniken der
elektronischen Bildbearbeitung restauriert werden. Die Software stellt eine
Vielzahl von digitalen Restauratierungsmodulen zur Verfügung, die erstmals die Beseitigung
von Fehlern wie Staub, Bildwackeln oder Helligkeitsschwankungen ermöglichen. Anschließend
werden die restaurierten Bilder wieder auf Film ausbelichtet, da auch im
Zeitalter der digitalen Revolution das analoge 35-Millimeter Filmformat als
Medium der Langzeitarchivierung nach wie vor die höchste Sicherungsqualität
liefert.

Dabei
kommen modernste, weltweit führende und mehrfach ausgezeichnete Archiv-Technologien erstmals in
Österreich zum Einsatz:
Der
hochauflösender Scanner und Rückbelichter kommen von der in München
ansässigen Firma ARRI: Weltweit sind zur Zeit 255 Arrilaser und 104 Arriscanner
in Betrieb, spezielle Archivinstallationen im letzten Jahr waren für das
Yugoslav Film Archive in Belgrade und das National Film Board of Canada. Der
Betrieb des mit einer wenig toxischen Flüssigkeit arbeitenden Wet Gate Systems
ist bis dato einzig in Laxenburg realisiert, da es sich noch in der Testphase
befindet.
Die
von HS-ART in Kooperation mit JOANNEUM RESEARCH in Graz entwickelte innovative Restaurierungs-Software Diamant 2.4. ist
an bedeutenden internationalen Archiven bereits installiert: Screen and Sound
Archive (Australia), Beijing Film Archive
(China), INA and CNC (France), Filmmuseum (Netherlands), Filmoteca de Catalunya
(Spain), George Eastman House (USA) etc.
Das Projekt der Digitalen Filmrestaurierung wurde und wird
realisiert mit freundlicher Unterstützung von Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Kultur Niederösterreich und
ECO Plus/Regionalförderung des Landes Niederösterreich unter Einbeziehung von
Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EU-Strukturfonds –
EFRE).