
Charlotte Brontës gleichnamiger Roman wurde schon dutzende Male verfilmt, doch wenige Leinwandadaptionen blieben so nahe am Originaltext und transportierten mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und exzellenten Dialogen die restriktiven Moralvorstellungen des 19ten Jahrhunderts so trefflich wie das zweite Werk von Carey Fukunaga („Sin Nombre“). Mia Wachikowski strahlt als Waisin Jane Eyre, die als Hauslehrerin arbeitet und sich in den Gutsherrn verliebt, genau die richtige Mischung aus Unschuld, Spiritualität und Würde aus, um ihren folgenschweren Entschluss, auf die Liebe ihres Lebens zu verzichten, glaubwürdig zu machen. Auch Michael Fassbender brilliert als Mann, der sich zu spät zu dieser „standesunwürdigen“ Liebe bekennt und damit eine Kette von tragischen Ereignissen auslöst.